Werkstoffe für Industriemesser

Der Werkstoff eines Industriemessers hat entscheidenden Einfluss auf dessen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.
Ein Messer muss nicht nur eine scharfe Schneide besitzen. Je nach Anwendung sind Härte, Verschleißbeständigkeit, Zähigkeit, Schneidleistung und Korrosionsbeständigkeit von Bedeutung.
Welcher Werkstoff geeignet ist, hängt deshalb immer vom gesamten Schneidprozess ab: vom zu schneidenden Material über die Maschine und die Schneidgeschwindigkeit bis hin zur gewünschten Standzeit.
Bei der Herstellung industrieller Messer kommen je nach Anwendung unterschiedliche Werkzeugstähle, HSS, Hartmetall, Edelstahl und weitere geeignete Werkstoffe zum Einsatz.
Die Auswahl des Werkstoffs
Nicht jeder Werkstoff eignet sich für jedes Messer.
Bei der Auswahl müssen unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt werden:
Zu schneidendes Material
Papier, Kunststoff, Folie, Metall, Textilien oder andere Materialien stellen unterschiedliche Anforderungen an die Schneide.
Mechanische Beanspruchung
Stoßbelastungen, Druck, Reibung und andere mechanische Belastungen beeinflussen die erforderlichen Materialeigenschaften.
Verschleiß
Bei abrasiven Materialien kann eine hohe Verschleißbeständigkeit entscheidend sein.
Schneidleistung
Werkstoff und Schneidengeometrie müssen zusammenpassen, damit die Schneide die gewünschte Funktion erfüllt.
Standzeit
Je nach Anwendung kann eine möglichst lange Einsatzdauer zwischen den Nachschleif- oder Wechselintervallen von Bedeutung sein.
Korrosion
Bei Feuchtigkeit oder bestimmten Produktionsbedingungen können korrosionsbeständige Werkstoffe erforderlich sein.



Werkzeugstahl
Werkzeugstähle gehören zu den klassischen Werkstoffen für industrielle Messer und Schneidwerkzeuge.
Sie können je nach Sorte unterschiedliche Kombinationen aus Härte, Zähigkeit und Verschleißbeständigkeit bieten.
Dadurch eignen sie sich für zahlreiche industrielle Schneidanwendungen.
Die konkrete Werkstoffauswahl hängt dabei von der Messergeometrie und den Anforderungen des jeweiligen Einsatzes ab.
Typische Anforderungen:


  • gute Verschleißbeständigkeit
  • hohe Härte
  • ausreichende Zähigkeit
  • gute Bearbeitbarkeit


HSS – Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl
HSS steht für High Speed Steel, also Hochleistungs-Schnellarbeitsstahl.
HSS-Werkstoffe werden eingesetzt, wenn hohe Anforderungen an Härte und Verschleißbeständigkeit bestehen.
Sie können insbesondere bei Schneidwerkzeugen interessant sein, die einer hohen mechanischen und thermischen Beanspruchung ausgesetzt sind.
Welche HSS-Sorte geeignet ist, hängt von der jeweiligen Anwendung und den geforderten Eigenschaften ab.
Hartmetall
Hartmetall zeichnet sich durch eine sehr hohe Härte und Verschleißbeständigkeit aus.
Dadurch kann Hartmetall bei Anwendungen interessant sein, bei denen herkömmliche Werkzeugstähle einer besonders hohen Verschleißbeanspruchung ausgesetzt sind.
Gleichzeitig besitzt Hartmetall andere mechanische Eigenschaften als Stahl. Bei der Auslegung eines Hartmetallmessers müssen deshalb Schneidprozess, Messergeometrie und Beanspruchung sorgfältig berücksichtigt werden.
Hartmetall kann insbesondere bei stark verschleißbeanspruchten Anwendungen eine geeignete Lösung sein.
Edelstahl
Edelstahl kann dort eingesetzt werden, wo neben den Anforderungen an die Schneide auch eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit erforderlich ist.
Dies kann beispielsweise bei bestimmten Produktionsbedingungen oder beim Kontakt mit Feuchtigkeit eine Rolle spielen.
Auch bei Edelstahl gibt es unterschiedliche Werkstoffgruppen mit verschiedenen Eigenschaften.
Die Auswahl sollte deshalb immer entsprechend der konkreten Anwendung erfolgen.
Pulvermetallurgische Stähle
Pulvermetallurgisch hergestellte Stähle können besondere Kombinationen von Verschleißbeständigkeit, Härte und Zähigkeit ermöglichen.
Sie werden für anspruchsvolle Schneidwerkzeuge eingesetzt, wenn die Anforderungen über die Möglichkeiten klassischer Werkzeugstähle hinausgehen.
Die Eignung eines solchen Werkstoffs hängt von Messer, Schneidgut und Einsatzbedingungen ab.
Weitere Sonderwerkstoffe
Neben den genannten Werkstoffgruppen können je nach Anforderung weitere Spezialwerkstoffe infrage kommen.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:


  • Schneidgut
  • Schneidgeschwindigkeit
  • Temperatur
  • Verschleiß
  • Stoßbelastung
  • gewünschter Standzeit
  • Messergeometrie
Deshalb sollte die Werkstoffauswahl immer gemeinsam mit der Konstruktion und dem vorgesehenen Fertigungsverfahren betrachtet werden.
Werkstoff und Messergeometrie gehören zusammen
Der beste Werkstoff allein macht noch kein gutes Industriemesser.
Werkstoff, Härte und Schneidengeometrie müssen aufeinander abgestimmt werden.
Ein besonders harter Werkstoff kann beispielsweise eine hohe Verschleißbeständigkeit bieten. Bei bestimmten Anwendungen können jedoch gleichzeitig Anforderungen an Zähigkeit und Bruchfestigkeit bestehen.
Auch die Form des Messers, die Schneidengeometrie und das zu schneidende Material beeinflussen die Auswahl.

Werkstoffe für Messer nach Zeichnung oder Muster
Bei individuell gefertigten Messern kann der gewünschte Werkstoff bereits in der technischen Zeichnung vorgegeben sein.
Ist der Werkstoff nicht festgelegt, können Informationen über Maschine, Schneidgut und Einsatzbedingungen bei der Auswahl helfen.
NORDPRÄZISION fertigt industrielle Messer nach Zeichnung, Muster oder technischen Vorgaben.

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